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Kiefergelenksbeschwerden
CMD: Cranio-Mandibuläre-Disharmonie

Das Problem: Die physiologische Zentrik

Für alle zahnärztlichen Restaurationen und Rekonstruktionen im oralen System ist eine Zuordnung des Unterkiefers zum Schädel im Sinne einer physiologischen Zentrik notwendig. Entweder
  • in direktem Vorfahren oder
  • über den Einsatz von Artikulatorsystemen, wobei jede Form der "Bissnahme" als Transportvehikel dient.
Damit entsteht die Notwendigkeit, auch feine und feinste biologische Bewegungs- und Verhaltensweisen in relativ starre mechanische Systeme zu transformieren. Zum wichtigsten Kriterium ist dabei dia Festlegung einer Achse im Artikulalor geworden, die am lebenden Objekt dem harmonischen Zusammenspiel aller beteiligten Strukturen (Gelenk, Muskulatur, nervale Steuerungen) Rechnung tragen muss.

Somit wird es zwingend notwendig, dass mit Ausführung der sogenannten "Bissnahme" auch immer eine Überprüfung oder Neuzuordnung der Unterkiefer-Positionen unter dem Aspekt optimaler physiologischer Verhältnisse zum Schädelskelett erfolgt. Dies erfordert angernessene Messsysteme, die objektive Einblicke in beteiligte und funktionell dominante Strukturen erlauben und deren Messergebnisse Zahnärzten Entscheidungen über gewünschte Positionen erleichtern.

Gysi ganz easy??

Eine international anerkannte und gelehrte Methode zur Bestimmung der horizontalen Relation ist die zweidimensionale Stützstifttechnik. Bei dem 1907 von Gysi inaugurierten und 1927 von McGrane modifizierten Verfahren wird durch einen im Oberkiefer fixierten Stift auf einer im Unterkiefer fixierten Platte ein zweidimensionales Bewegungsmuster eingraviert. Mit dieser Methode ist es möglich, entweder die zentrische Kondylenposition oder aber eine muskeldominante Unterkieferhaltung festzustellen.

Die Bewegungsbahnen werden bis heute mechanisch durch Kratzen auf angefärbten Platten bzw.
selbstschreibendem Papier intraoral aufgezeichnet und nach Entnahme aus der Mundhöhle ausgewertet.
Das mechanische Verfahren hat jedoch signifikante Nachteile;
  • nur wenige Bewegungen können aufgezeichnet werden, da das Registrat sonst nicht auswertbar ist
  • das Registrat ist klein (unzureichende Auflösung) und kann erst nach der Aufzeichnung ausgewertet werden .
  • es existiert eine nicht zu vernachlässigende Fehlerquote, da die habituelle Relation nach statistischen Gesichtspunkten festgelegt werden muss. Zur Bestimmung dieser Lage existieren unzählige Untersuchungen und widerstreitende Meinungen.

Wissenschaftlich-technische Weiterentwicklung

1989 gelang PD Dr. Andreas Vogel, Leipzig, der wissenschaftliche Nachweis, dass dio Stützstift-Registration wesentlich von der auf den Stützstift wirkenden neuromuskulären Registrierkraft beeinflusst wird. Experimente konnten ausserdem den Nachweis erbringen, dass auch der Positionierung des Stiftes selbst grössere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Die bisherige Stützstifttheorie wird somit aktuell durch folgende Prämisse erweitert:

Mit dem Stützstift kann nur dann die richtige Bisslage gefunden werden, wenn die Stiftposition und die determinierte Registrierkraft das neuromuskuläre System des Patienten so beanspruchen, dass eine stabile Gleichgewichtslage entsteht. Nur aus einer derartigen Position heraus sollten Aufzeichnungen angefertigt werden.

Von dieser Erkenntnis ausgehend wurde eine international neue elektronische Diagnosemethode - das IPR-System - entwickelt, das Lage und Kraft des Stützstiftes erfasst und in Echtzeit auf einem PC-Monitor darstellt. Die Stützstiftspitze ist als rollende Kugel abgebildet, so dass sich nach Wegfall der Okklusions-sensorik ein vom Patienten willkürlich unbeeinflussbares muskuläres Gleichgewicht einstellt. Mittels des in sagittaler Ebene verstellbaren Stützstiftes und der Kraftüberwachung während der Registrierung kann nun die ideale Position des Unterkiefers zum Oberkiefer gefunden werden. Damit wird die Relationsbestimmung objektiviert.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema IPR finden Sie online unter www.ipr-original.com.