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Ohrakupunktur

Das menschliche Ohr hat eine durchschnittliche Grösse von 60x35 mm. Da mehr als 110 Ohrakupunkturpunkte bekannt sind liegen die Punkte relativ dicht beieinander. Die Ohrakupunktur-punkte sind kleiner als die Meridianpunkte. Sie haben einen Durch-messer, der zwischen 0,2 und wenig mehr als 1 Millimefer schwankt. Die Ausnahme bilden einige größere Regionen.

Das menschliche Ohr ist außerordentlich vielgestaltig. Es ist nicht nur unterschiedlich groß, sondern auch von sehr verschiedener Detailformung. Selbst die Ohren ein und derselben Person zeigen immer deutliche Unterschiede.

Es ist daher dem Behandier selbst bei Vorliegen bester topograpraphischer Tafeln und Lagebeschreibungen nicht anzuraten, die Punke einfach schematisch auf das zu behandelnde Ohr zu übertragen. Vielmehr ist es notwendig, die jeweiligen Punkte am individuellen Ohr genau zu lokalisieren.

Wie alle Punkte der Körperakupunktur unterscheiden sich auch die Ohrakupunkturpunkte durch eine oder mehrere der folgenden Eigenschaften:

Die Punkte können einen anderen Quellungszustand aufweisen als ihre Umgebung. Leider kann dieser Umstand bei der Suche eines Punktes am Ohr nicht ausgenützt werden, weil die Winzigkeit der Punkte eine so diffizile Palpation nicht zulässt.
Die Punkte können sichtbare Veränderungen aufweisen. Wenn dies auch relativ selten der Fall ist, so kann eine genaue Inspektion des Ohrs in diesen Fällen diagnostisch und therapeutisch richtungs-weisend sein.

Die Punkte können druckempfindlicher sein als ihre Umgebung. Dieser Umstand kann ausgenützt werden, indem man mittels eines entsprechend dünnen, aber stumpfen Gerätes (Glasstäbchen, geschliffenes Holzstäbchen o. ä.) durch möglichst druckgleiches Abtasten die schmerzhafteste oder druckempfindlichste Stelle als Punkt lokalisiert. Im Handel finden sich zu diesemZwecke auch sogenannte druckkonstante Taster, deren Spitze auf einer Feder sitzt, wodurch ein druckgleichesAbtasten möglich ist. Beim Versuch der Lokalisation der Punkte durch Suchen der druckempfindlichsten Stelle erschwert das subjektive Verhalten des Patienten oft das Finden objektiver Ergebnisse. An dieser Stelle muß vor der Nadelung extrem druckschmerzhafter Punkte gewarnt werden. Wir verweisen auf die Möglichkeit  der  Verschlimmerung  eines  Schmerzzustandes oder das spontane Auslösen eines Herzanfalls oder Kollaps durch das Anstechen solcher Punkte.

Die Punkte haben einen kleineren elektrischen Hautwiderstand als ihre Umgebung. Es sind Geräte am Markt, mit denen der elektrische Hautwiderstand gemessen werden kann. Mit ihrer  Hilfe ist die Punktlokalisation am Ohr wohl am sichersten möglich, weil subjektive Einflüsse von Seiten des Patienten, wie auch von seilen des Untersuchenden bei richtiger Handhabung ausgeschlossen sind. Insbesondere eignen sich elektrische Meßgeräte mit druckkonstanter Spitze gut für dieses Verfahren.

Da die Messung des elektrischen Hautwiderstandes u. a. auch durch unterschiedliche  Feuchtigkeit  und  Fettigkeit der Haut beeinflusst werden kann, empfiehlt NOGIER, das Ohr vor der Messung mit Spiritus dilutus abzuwischen, was sich sehr bewährt hat.

Wir selbst ziehen ein Gerät vor, das den niedrigeren Hautwiderstand nicht optisch, sondern durch einen höher werdenden Ton anzeigt, da dadurch das Auge nicht abgelenkt wird. Dieses elektronische Gerät verfügt über eine druckkonstante Spilze und ist sehr handlich.